Der 90-Tage-Plan für Ihren Langdock-Rollout: Von der Einrichtung zum Regelbetrieb
Die Lizenzen sind gekauft, der Workspace ist eingerichtet, die Ankündigungs-Mail ist raus – und drei Monate später arbeitet nur eine Handvoll Mitarbeitender wirklich mit Langdock. Dieses Muster sehen wir immer wieder. Es liegt fast nie an der Plattform, sondern an einem KI-Rollout ohne Plan.
Deshalb hier das Gegenmodell: ein konkreter 90-Tage-Fahrplan mit Meilensteinen, der Langdock von der Einrichtung über Schulung und Change Management bis zur Integration in Ihre Systeme führt. Die Leitlinie: Nach 30 Tagen arbeitet Ihre Pilotgruppe produktiv. Nach 90 Tagen Ihr Unternehmen.
Was ist ein Langdock-Rollout – und warum braucht er 90 Tage?
Langdock ist eine europäische Enterprise-KI-Plattform: Ihre Teams greifen über eine einheitliche Oberfläche auf führende Sprachmodelle wie GPT, Claude, Gemini und Mistral zu – DSGVO-konform, mit EU-Hosting, ohne dass Ihre Daten zum Modelltraining verwendet werden. Dazu kommen KI-Agenten, Workflows, Wissensordner und Integrationen in Tools wie Microsoft 365, Google Workspace, Confluence, Slack oder Jira.
Technisch ist die Plattform in wenigen Tagen startklar. Aber ein Rollout ist kein Installationsprojekt – er ist ein Veränderungsprojekt. Menschen müssen neue Arbeitsweisen aufbauen, Abteilungen ihre Anwendungsfälle finden, Governance und Integrationen müssen tragen. Wer das in einer Woche „erledigt“, hat freigeschaltete Lizenzen. Wer sich 90 Tage Struktur gibt, hat ein Unternehmen, das mit KI arbeitet.
Noch ein Punkt, den viele übersehen: Langdock selbst bietet erweiterte Rollout-Begleitung mit Workshops und Einzelsessions erst ab 250 Lizenzen an. Kleinere und mittlere Unternehmen organisieren ihren Rollout also entweder selbst – oder holen sich einen Partner, der diese Rolle übernimmt.
Die Rollout-Phasen im Überblick: Drei Phasen, ein Ziel
Der 90-Tage-Plan gliedert sich in drei Rollout-Phasen:
- Phase 1 – Pilot (Tag 1–30): Fundament legen, Setup abschließen, Pilotgruppe validieren
- Phase 2 – Ausweitung (Tag 31–90): Rollout-Wellen, Schulungen, Automatisierung
- Phase 3 – Verstetigung (ab Tag 91): Regelbetrieb, Botschafter-Programm, kontinuierliche Weiterentwicklung
Jede Phase hat eigene Meilensteine, Rollen und Erfolgskriterien. Kein Schritt wird übersprungen.
Schritt für Schritt: Das Phasenmodell mit konkreten Zeitfenstern
Tag 1–10: Fundament – Analyse und Governance
Die ersten zwei Wochen entscheiden über die letzten zehn. Bevor irgendjemand einen Login bekommt, gehören vier Dinge auf den Tisch:
Schatten-KI aufdecken (Tag 1–3): In fast jedem Unternehmen nutzen Mitarbeitende bereits private ChatGPT- oder Claude-Konten – oft ohne Wissen der IT. Ein kurzer anonymer Fragebogen bringt hier mehr Ehrlichkeit als ein offizielles Audit. Diese Kolleginnen und Kollegen sind Ihre ersten Power-User.
Aus Gesprächen mit Digitalisierungsverantwortlichen kennen wir das Bild: „Es werden auch so Transkriptionsmodelle, die nicht gelenkt waren, ob Otter oder sowas, gab es da, dass die Leute… haben angefangen, sich da Lösungen zu suchen. Das sind so die Pilze, die da so aus dem Boden gesprossen sind.“ Genau diese Energie kanalisiert ein strukturierter Rollout.
Zeitfresser sammeln (Tag 1–5): Je Abteilung die zwei bis drei größten wiederkehrenden Aufwände notieren: Standardtexte, Recherchen, Zusammenfassungen, Datenübertragungen, immer gleiche Anfragen. Daraus entstehen Ihre ersten echten Use Cases – nicht die aus der Werbebroschüre.
Verantwortung klären (Tag 1): Ohne eine benannte Person mit Mandat der Geschäftsführung und echtem Zeitbudget versandet jedes KI-Projekt. Diese Rolle – der KI-Verantwortliche – ist keine Nebenbei-Zuständigkeit. Viele Unternehmen scheitern genau hier: „Was für mich einfach der größte Pain Point momentan ist, es ist die fehlende Zuständigkeit, was bei uns ein Thema ist, wo einfach keiner so richtig weiß, wo liegt das Thema jetzt. Jeder fängt an, selbst was zu entwickeln.“
Governance festzurren (Tag 5–10): Drei Dokumente müssen vor dem ersten Login stehen:
1. Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO – Langdock stellt diesen bereit, Datenschutzbeauftragter prüft
2. Interne KI-Richtlinie: Was darf hochgeladen werden? Welche Daten sind tabu? Welche Modelle sind freigegeben?
3. Nutzungsrichtlinie für Mitarbeitende: Ein A4-Blatt mit klaren Regeln – kein 40-seitiges Dokument
Ein Teilnehmer aus einem unserer Workshops brachte es auf den Punkt: „Ich wusste gar nicht, dass wir das benutzen dürfen. Haben wir auch noch mal intern vielleicht zuerst das Thema Governance gemacht, bevor wir überhaupt den Leuten erklärt haben, was sie denn damit tun könnten.“
Tag 11–15: Setup – Workspace, Rollen, Modelle
Jetzt wird der Workspace technisch eingerichtet. Das umfasst:
- SSO-Anbindung: Single Sign-On über Azure AD, Okta oder Google Workspace – damit Mitarbeitende keinen separaten Login brauchen
- SCIM-Provisioning: Automatische Nutzer-Verwaltung über Ihr Identity-Management-System
- Rollen vergeben: Admin, Power-User, Standard-Nutzer – klare Berechtigungsstruktur von Anfang an
- Modelle konfigurieren: Welche Sprachmodelle stehen welchen Teams zur Verfügung? Modellfreiheit ist ein Kernvorteil von Langdock – nutzen Sie ihn gezielt
- Erste Skills und Workflows anlegen: Zwei bis drei vorgefertigte Prompts für die häufigsten Anwendungsfälle der Pilotgruppe
Der technische Aufwand für ein Standard-Setup liegt bei zwei bis fünf Personentagen, abhängig von der Komplexität Ihrer IT-Landschaft.
Tag 16–45: Pilotphase – validieren statt verkünden
Die Pilotphase ist das Herzstück des 30-Tage-Rollout-Plans. Hier wird bewiesen, dass Langdock in Ihrem Unternehmen funktioniert – bevor der Rollout in die Breite geht.
Pilotgruppe zusammenstellen (Tag 16): 10–20 Personen aus zwei bis drei Abteilungen. Nicht die enthusiastischsten Technikfans, sondern repräsentative Nutzer:innen mit echten Alltagsproblemen. Mindestens eine Führungskraft pro Abteilung.
Kick-off-Workshop (Tag 16–18): Kein Frontalvortrag, sondern ein praxisorientierter Workshop. Die Pilotgruppe lernt Prompt Engineering, arbeitet an eigenen Use Cases und verlässt den Raum mit ersten produktiven Ergebnissen. Ziel: Aha-Effekt am ersten Tag.
Begleitete Nutzungsphase (Tag 19–40): Wöchentliche kurze Check-ins, Office Hours für Fragen, eine geteilte Prompt-Bibliothek, in der gute Prompts gesammelt werden. Die Pilotgruppe baut Nutzungsroutinen auf – das dauert drei bis vier Wochen.
Pilot-Review (Tag 41–45): Was hat funktioniert? Welche Use Cases bringen echten Mehrwert? Welche Integrationen fehlen noch? Die Erkenntnisse fließen direkt in das Rollout-Playbook für die nächste Phase.
Tag 46–70: Rollout-Wellen und Wissensquellen
Nach validierter Pilotphase geht der KI-Rollout in die Breite. Nicht als Big-Bang, sondern in Wellen:
Welle 1 (Tag 46–55): Zwei bis drei weitere Abteilungen, jeweils mit eigenem Enablement-Workshop. Die KI-Champions aus der Pilotphase übernehmen Peer-Coaching-Aufgaben.
Welle 2 (Tag 56–65): Weitere Abteilungen, jetzt mit kürzeren Onboarding-Formaten (90 Minuten statt Halbtag), da das Rollout-Playbook steht.
Wissensordner aufbauen (Tag 46–70): Abteilungsspezifische Wissensordner in Langdock werden mit internen Dokumenten, Handbüchern und FAQs befüllt. Das ist die Grundlage für RAG-basierte Anwendungsfälle – Mitarbeitende können Langdock gezielt zu unternehmensinternem Wissen befragen.
Integrationen vertiefen (Tag 46–70): Confluence, SharePoint, Jira, Slack – je nach Priorität aus dem Pilot-Review werden Integrationen über die API aktiviert. Aufwand pro Integration: ein halber bis zwei Personentage.
Tag 71–90: Automatisierung und Übergabe
In dieser Phase werden aus manuellen Nutzungsroutinen erste automatisierte Workflows:
- KI-Agenten für wiederkehrende Prozesse: Zum Beispiel ein Agent, der eingehende Anfragen klassifiziert und vorbeantwortet, oder ein Recherche-Agent, der Informationen aus mehreren Quellen zusammenführt
- Langdock Subagents: Komplexere Aufgaben werden in Teilaufgaben zerlegt, die von spezialisierten Subagents bearbeitet werden – ideal für mehrstufige Prozesse wie Angebotserstellung oder Reportings
- Train-the-Trainer: Die KI-Champions werden zu internen Trainer:innen ausgebildet, die neue Mitarbeitende eigenständig onboarden können
- Übergabe an den Regelbetrieb: Dokumentation, Eskalationspfade, Update-Prozesse – alles, was das Team braucht, um Langdock ohne externe Unterstützung weiterzubetreiben
Ab Tag 90: Regelbetrieb und Verstetigung
Der Regelbetrieb ist kein Endpunkt, sondern ein neuer Anfang. Jetzt geht es darum, die Nutzung zu verstetigen und weiterzuentwickeln:
- Monatliche Adoption-Reviews mit Adoption-KPIs
- Quartalsweise neue Use-Case-Workshops
- Kontinuierliche Erweiterung der Prompt-Bibliothek
- Regelmäßige Updates zu neuen Langdock-Features und Modellen
Rollen und Verantwortlichkeiten: Wer macht was beim Langdock-Rollout?
Ein Rollout ohne klare Rollen ist ein Rollout ohne Verantwortung. Diese Rollen müssen besetzt sein:
| Rolle | Aufgaben | Zeitaufwand |
|---|---|---|
| KI-Verantwortlicher | Gesamtsteuerung, Eskalation, Reporting an GF | 20–30% einer Stelle |
| IT | Technisches Setup, SSO, SCIM, API-Integrationen, Security | 5–10 PT in Phase 1–2 |
| HR / L&D | Schulungsplanung, Kommunikation, Onboarding neuer MA | Projektbegleitend |
| Führungskräfte | Vorbildfunktion, Freigabe von Zeitbudgets, Teilnahme an Workshops | 2–4h pro Monat |
| KI-Champions | Peer-Coaching, Prompt-Bibliothek pflegen, Fragen beantworten | 10–15% einer Stelle |
| Externer Begleiter | Methodisches Framework, Schulungen, Eskalationsunterstützung | Nach Bedarf |
Die Rolle der KI-Champions – auch KI-Botschafter oder AI Champions genannt – ist dabei oft unterschätzt. Sie sind der Multiplikator, der den Rollout in der Fläche trägt.
Führungskräfte-Enablement: Warum Führungskräfte zuerst müssen
Ein Rollout, der bei den Mitarbeitenden beginnt, aber die Führungsebene auslässt, scheitert. Nicht weil Führungskräfte böswillig sind – sondern weil sie das Signal setzen, ob KI ernst genommen wird.
Das Muster kennen wir aus der Praxis: „Die Führungskräfte sind nie in Schulung, interessieren sich meiner Meinung nach nur bedingt dafür. Ach, ChatGPT kann doch jeder benutzen, warum brauchen wir dafür eine Schulung?“ Wenn Führungskräfte das sagen, hören Mitarbeitende: KI ist kein Thema, das zählt.
Deshalb: Führungskräfte-Enablement vor dem Piloten. Nicht als Pflichtveranstaltung, sondern als strategischer Workshop mit drei Zielen:
- Eigene Anwendungsfälle erleben: Führungskräfte nutzen Langdock für ihre eigenen Aufgaben – Berichte zusammenfassen, Entscheidungsvorlagen erstellen, Recherchen delegieren
- Führungsunterstützung sichern: Klares Commitment der Geschäftsführung, das intern kommuniziert wird
- Rollout-Botschaft formulieren: Warum macht unser Unternehmen das? Was ist der Nutzen für die Mitarbeitenden?
Führungskräfte, die Langdock selbst nutzen, sind die stärkste Werbung für den Rollout.
Change Management: Mitarbeitende mitnehmen, Akzeptanzbarrieren abbauen
Technische Einführung und Change Management sind zwei verschiedene Projekte. Wer nur das erste macht, bekommt Lizenzen, die verstauben.
Die häufigsten Akzeptanzbarrieren beim Langdock-Rollout:
„Ich habe keine Zeit dafür.“ Mitarbeitende sind nicht untätig – sie haben echte Arbeit. „Wir sehr knapp bei Zeiten sind, also sprich die Leute popeln nicht in der Nase und haben mit ihrem täglichen Geschäft schon viel zu tun und alles, was sozusagen an zusätzlichen Projekten reinkommt, ist natürlich immer mal noch so ein On Top.“ Die Antwort: Schulungen in die Arbeitszeit integrieren, nicht als Zusatzaufwand positionieren. Und: Use Cases wählen, die sofort Zeit sparen.
„Ich weiß nicht, was ich damit machen soll.“ Ohne konkrete Anwendungsfälle bleibt Langdock abstrakt. Lösung: Abteilungsspezifische Use-Case-Listen, fertige Prompts in der Prompt-Bibliothek, Peer-Beispiele aus der Pilotgruppe.
„Fließen meine Daten irgendwo hin?“ Eine berechtigte Frage, die offen beantwortet werden muss. Langdock hostet in der EU, verwendet keine Unternehmensdaten zum Modelltraining und ist DSGVO-konform. Diese Information gehört in die erste Kommunikation – nicht als Fußnote.
„Ersetzt das meinen Job?“ Kein Rollout ohne diese Frage. Die ehrliche Antwort: KI verändert Aufgaben, ersetzt aber keine Stellen, die Urteilsvermögen, Beziehungen und Kontext erfordern. Wer diese Frage nicht adressiert, lässt Widerstand im Verborgenen wachsen.
Change Management ist kein Soft-Thema. Es ist die Voraussetzung dafür, dass der technische Aufwand sich lohnt.
Governance und Compliance-Checkliste für den Langdock-Rollout
Vor dem ersten produktiven Einsatz müssen diese Punkte abgehakt sein:
DSGVO-Konformität:
– [ ] AVV mit Langdock abgeschlossen
– [ ] Unterauftragsverarbeiter geprüft (Hosting-Anbieter, Modell-Provider)
– [ ] Datenschutzfolgenabschätzung (DSFA) geprüft – bei sensiblen Daten erforderlich
– [ ] Betriebsrat informiert / eingebunden (sofern vorhanden)
EU AI Act Art. 4 – AI Literacy Pflicht:
– [ ] Alle Mitarbeitenden, die Langdock nutzen, haben eine nachweisliche AI-Literacy-Schulung absolviert
– [ ] Schulungsnachweise dokumentiert
– [ ] Hochrisiko-Anwendungsfälle identifiziert und separat bewertet
Schatten-KI-Prävention:
– [ ] Interne KI-Richtlinie kommuniziert und unterschrieben
– [ ] Klare Aussage, welche externen KI-Tools erlaubt/verboten sind
– [ ] Meldepfad für neue KI-Tools definiert
„Ansonsten wird es, glaube ich, in der Kürze oder innerhalb kürzester Zeit so ein Wildwuchs aus allem Möglichen. Das gilt es natürlich auch zu vermeiden.“
Die Governance-Grundlage ist kein Bürokratieprojekt. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Mitarbeitende Langdock vertrauensvoll nutzen können.
Das Botschafter-Modell: KI-Champions als Rollout-Multiplikatoren
Kein zentrales Team kann einen Rollout in der Fläche allein tragen. Deshalb brauchen Sie interne KI-Champions – Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen, die Langdock tief kennen und ihre Kolleginnen und Kollegen begleiten.
Ein funktionierendes Botschafter-Modell sieht so aus:
- Auswahl: Freiwillige mit intrinsischer Motivation, nicht die IT-Abteilung per Dekret
- Ausbildung: Vertieftes Langdock-Training, Prompt Engineering, Grundlagen des Change Managements
- Mandat: Offiziell kommuniziert, mit Zeitbudget der Führungskraft
- Werkzeuge: Eigene Prompt-Bibliothek, Zugang zu neuen Features, direkter Draht zum KI-Verantwortlichen
- Regelmäßiger Austausch: Monatliches Champions-Meeting zum Erfahrungsaustausch
Das SESTdigital KI-Botschafter-Programm begleitet diese Struktur über sechs Monate mit einem festen Trainer – von der Ausbildung der Champions über die Begleitung der Rollout-Wellen bis zur Übergabe in den Regelbetrieb. Das ist das Gegenmittel zum Strohfeuer-Effekt: nicht ein Workshop, sondern ein Langstreckenlauf.
„Das denkt sich ja auch mit dem, ähnlich wie ich es zu Beginn gesagt hatte, dass wir das jetzt nicht als 100 Meter Lauf sehen, sondern eher auf sehr Langstreckenlauf und da eigentlich eine dauerhafte Partnerschaft suchen.“
Typische Stolpersteine: Die 5 häufigsten Fehler beim Langdock-Rollout
Fehler 1: Rollout ohne Governance-Grundlage. Wer Lizenzen verteilt, bevor die KI-Richtlinie steht, riskiert Datenschutzverstöße und Vertrauensverlust. Governance zuerst – immer.
Fehler 2: Führungskräfte ausgelassen. Ein Rollout, der an der Führungsebene vorbeigeht, hat keinen Rückenwind. Führungsunterstützung ist keine Option, sondern Voraussetzung.
Fehler 3: Zu breiter Start. Wer alle 500 Mitarbeitenden gleichzeitig onboarden will, überfordert das System und sich selbst. Pilotphase zuerst, dann Wellen.
Fehler 4: Strohfeuer-Effekt nach dem Kick-off. „Wir haben auch schon mal eine oberflächliche Copilot Einführung mit KI in Anführungsstrichen. Schulungen drumherum. War auf jeden Fall nicht so, dass die Leute gesagt Ach geil, da passiert jetzt was Neues. Das hat leider nicht so gesessen.“ Ein Workshop reicht nicht. Nutzungsroutinen entstehen in Wochen, nicht in Stunden.
Fehler 5: Keine Erfolgsmessung. Ohne Adoption-KPIs weiß niemand, ob der Rollout funktioniert. Was nicht gemessen wird, wird nicht gesteuert.
Erfolgsmessung: Adoption-KPIs für den Langdock-Rollout
Diese Metriken sollten Sie von Tag 1 tracken:
| KPI | Beschreibung | Zielwert (Richtwert) |
|---|---|---|
| Daily Active Users (DAU) | Anteil der Nutzer:innen, die täglich aktiv sind | >30% nach 90 Tagen |
| Weekly Active Users (WAU) | Anteil der wöchentlich aktiven Nutzer:innen | >60% nach 90 Tagen |
| Adoption Rate | Anteil der lizenzierten Nutzer:innen mit aktiver Nutzung | >70% nach 90 Tagen |
| Nutzungsquote je Abteilung | Aufschlüsselung nach Teams – zeigt Nachzügler | Abteilungsweise |
| Prompt-Bibliothek-Beiträge | Wie viele Prompts werden geteilt? | Wachsend |
| Zeitersparnis (selbstberichtet) | Kurze monatliche Umfrage | Positiver Trend |
Die Adoption-KPIs werden monatlich im Adoption-Review besprochen und fließen in die Steuerung der nächsten Rollout-Welle ein.
Technische Integration: Anbindung an Ihre IT-Landschaft
Langdock lässt sich über API und native Integrationen in die meisten Unternehmensumgebungen einbinden. Hier eine Aufwandsschätzung:
| Integration | Aufwand (Personentage) | Voraussetzung |
|---|---|---|
| SSO (Azure AD / Okta / Google) | 0,5–1 PT | Admin-Zugang zum IdP |
| SCIM-Provisioning | 0,5–1 PT | IdP mit SCIM-Support |
| Microsoft 365 / SharePoint | 1–2 PT | M365-Admin-Rechte |
| Google Workspace | 0,5–1 PT | Workspace-Admin |
| Confluence / Jira | 1–2 PT | API-Token, Confluence-Admin |
| Slack | 0,5 PT | Slack-Admin |
| Custom API-Anbindung | 3–10 PT | Entwickler:in erforderlich |
SESTdigital übernimmt auf Wunsch die technische Integration vollständig – von der API-Konfiguration bis zur Anbindung an Ihre bestehenden Systeme. Wir kommen aus der Softwareentwicklung: Wenn es Richtung Technik geht, wird es bei uns nicht dünn.
Use Cases aus der Praxis: Was Teams mit Langdock wirklich machen
Die stärksten Anwendungsfälle aus unserer Begleitung von 150+ Unternehmen:
Standardtexte und Kommunikation: E-Mails formulieren, Angebote strukturieren, Protokolle aus Notizen erstellen. Zeitersparnis: 20–40 Minuten pro Tag für kommunikationsintensive Rollen.
Recherche und Zusammenfassungen: Lange Dokumente, Berichte oder Verträge in Minuten zusammenfassen. Besonders wertvoll für Führungskräfte und Projektleitungen.
Datenübertragungen und Strukturierung: Unstrukturierte Informationen in Tabellen, Listen oder Vorlagen überführen. Reduziert manuelle Fehler und spart Bearbeitungszeit.
Abteilungsspezifische Workflows: HR nutzt Langdock für Stellenbeschreibungen und Interviewleitfäden. Marketing für Content-Varianten. Einkauf für Lieferantenanfragen. Jede Abteilung findet ihre eigenen Use Cases – wenn man ihr die Zeit und den Rahmen gibt.
KI-Agenten für wiederkehrende Prozesse: Ein Agent, der eingehende Kundenanfragen klassifiziert. Ein Recherche-Agent, der Wettbewerbsinformationen zusammenführt. Langdock Subagents ermöglichen dabei mehrstufige Prozesse, bei denen spezialisierte Agenten Teilaufgaben übernehmen.
Ein Hackathon-Format zu Beginn der Pilotphase hat sich bewährt: Teams entwickeln in zwei Stunden eigene Use Cases – das schafft Ownership und zeigt schnell, wo der größte Hebel liegt.
Tools und Methoden: Impact-Effort-Matrix, Prompt-Bibliothek, Wissensordner
Impact-Effort-Matrix für Use-Case-Priorisierung: Tragen Sie alle gesammelten Anwendungsfälle in eine 2×2-Matrix ein (Achsen: Zeitersparnis/Impact vs. Umsetzungsaufwand). Quick Wins – hoher Impact, geringer Aufwand – kommen in die Pilotphase. Komplexe Automatisierungen folgen in Phase 2.
Prompt-Bibliothek: Eine geteilte Sammlung bewährter Prompts, abteilungsweise strukturiert. Langdock bietet dafür native Funktionen. Die Prompt-Bibliothek wächst mit dem Rollout – und ist das kollektive Gedächtnis Ihres KI-Wissens. Gutes Prompt Engineering ist keine Einzel-Kompetenz, sondern ein Teamsport.
Wissensordner / RAG: Abteilungsspezifische Dokumente, Handbücher und interne FAQs werden in Langdock-Wissensordner hochgeladen. Mitarbeitende können dann gezielt zu internem Wissen fragen – ohne Halluzinationen, weil Langdock die Antwort direkt aus den hinterlegten Dokumenten zieht.
Das SESTdigital-Begleitprogramm: KI-Kickstart und KI-Botschafter als Rollout-Rahmen
Dieser 90-Tage-Plan ist kein theoretisches Konstrukt. Er ist das Framework, das SESTdigital in der Begleitung von 150+ Unternehmen entwickelt und verfeinert hat.
Zwei Programme bilden den strukturellen Rahmen:
KI-Kickstart-Programm: Modulares Begleitprogramm für die ersten 90 Tage. Von der Governance-Grundlage über den Führungskräfte-Workshop bis zur Pilotphase und den ersten Rollout-Wellen. Kein Einmal-Event, sondern ein strukturierter Fahrplan mit festen Meilensteinen. Das Rollout-Playbook entsteht gemeinsam – und bleibt im Unternehmen.
KI-Botschafter-Programm: Sechs Monate Begleitung nach dem Pilot. Ein fester SESTdigital-Trainer begleitet Ihre KI-Champions, entwickelt die Prompt-Bibliothek weiter und stellt sicher, dass der Rollout nicht nach dem ersten Enthusiasmus einschläft. Das ist der Unterschied zwischen einem Strohfeuer und einer nachhaltigen Veränderung.
Beide Programme lassen sich mit dem Langdock-Führerschein kombinieren – einer strukturierten Grundschulung, die gleichzeitig die AI-Literacy-Anforderungen nach Art. 4 EU AI Act erfüllt.
Sie möchten wissen, wie ein solches Programm für Ihr Unternehmen aussehen würde? Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.
